Hartz IV

Begriffserklärung
Hartz IV spricht man aus als "Hartz Vier". IV ist die römische Zahl für "4". Mit diesem Begriff benennt man heute in der Umgangssprache ein Gesetz, das für Arbeitslose in Deutschland von großer Bedeutung ist. Es legt fest, welche finanziellen Ansprüche Menschen auf Arbeitslosengeld haben, wenn sie erwerbsfähig, aber längere Zeit ohne Arbeit sind. Dieses Geld heißt "Arbeitslosengeld II", abgekürzt AGL II, oder in der Umgangssprache auch "Hartz IV".


Ziel des Gesetzes



Die beschlossenen Regelungen sollen dazu beitragen, möglichst viele Menschen in Arbeit zu bringen. Der Grundgedanke des Gesetzes lautet: Fordern und Fördern. Gefordert wird, dass die Arbeitslosen eine Arbeit auch dann aufnehmen, wenn sie nicht ihrer Ausbildung entspricht oder bei der sie weniger verdienen, als sie es eigentlich erwarten. Gefördert werden diese Bemühungen durch die Zahlung des Arbeitslosengeldes II. Dieses Geld erhalten alle Arbeitslosen, die arbeiten können, und Anspruch auf Unterstützung haben. Aber auch Menschen, die arbeiten, können ALG II erhalten, nämlich dann, wenn sie weniger verdienen, als sie brauchen, um ihre Grundbedürfnisse zu decken.

Wie sieht diese finanzielle Unterstützung aus?



Die Unterstützung durch das ALG II erhalten nur Arbeitslose, die das Geld auch brauchen. Um festzustellen, wie viel Geld die Langzeitarbeitslosen genau bekommen, müssen sie sehr ausführlich Auskunft über ihre Vermögensverhältnisse geben. Wer mehr besitzt als eine bestimmte festgelegte Summe (das ist der so genannte Freibetrag), muss erst dieses Vermögen verbrauchen, bevor er Anspruch auf staatliche Unterstützung hat.

Wieso heißt das Gesetz eigentlich Hartz IV?



Die Gesetze zur Verbesserung der Arbeitsmarktsituation wurden von Fachleuten vorbereitet. Die Arbeitsgruppe, die die Vorschläge erstellte, wurde von Peter Hartz geleitet. Er war früher Manager von VW. Nach ihm wurde dann in der Umgangssprache das Gesetz benannt. Eigentlich heißt das Gesetz: "Viertes Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt".

Quelle: Gerd Schneider / Christiane Toyka-Seid: Das junge Politik-Lexikon von www.hanisauland.de, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2020.

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