Richter/in


Entscheidungen bei Gerichtsverhandlungen



Richter und Richterinnen sind Männer und Frauen, die bei Auseinandersetzungen, die vor einem Gericht verhandelt wird, Entscheidungen treffen. Es kann dabei zum Beispiel um Streitereien zwischen Nachbarn gehen, um Verkehrsunfälle oder Ehescheidungen. Aber auch schwere Straftaten wie Einbrüche und Mord werden vor Gericht verhandelt. Am Ende einer Gerichtsverhandlung spricht die Richterin oder der Richter das Urteil (so nennt man die Entscheidung). Die Urteile können sehr verschieden sein – manchmal müssen Übeltäter Geld bezahlen, manchmal müssen sie ins Gefängnis. Oder aber der Richter spricht den Angeklagten frei, wenn dieser unschuldig ist oder seine Schuld nicht bewiesen werden kann.

Nur dem Gesetz verpflichtet



Richter sind nur dem Gesetz verpflichtet. Das heißt, sie müssen sich an die Gesetze halten, aber niemand sonst darf ihnen sagen, wie sie urteilen müssen. Dies ist deshalb so wichtig, weil die Gerichte unabhängig sein sollen. Es soll nicht möglich sein, dass jemand einen Richter dazu zwingt, eine bestimmte Entscheidung zu treffen.

Eine Richterin und zwei Richter am Landgericht Stuttgart (© picture-alliance/ dpa)



Unterschiedliche Richter



Es gibt Berufsrichter, die auf Lebenszeit ernannt sind. Sie haben Rechtswissenschaft (Jura) studiert und eine lange Ausbildung hinter sich, bis sie Richter oder Richterin werden. Dann gibt es die Schöffen (in Amerika heißen sie "Geschworene"). Das sind ehrenamtliche Richter und Richterinnen, die aus der Bevölkerung für eine bestimmte Zeit ausgewählt werden. Sie sind bei Verhandlungen genauso unabhängig und haben das gleiche Stimmrecht wie die Berufsrichter.

Quelle: Gerd Schneider / Christiane Toyka-Seid: Das junge Politik-Lexikon von www.hanisauland.de, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2020.

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