30 Jahre Deutsche Einheit Mehr erfahren

Zinsen


Der Preis für geliehenes Geld



Eine Bank wirbt damit, dass bei einem Kredit für eine Wohnung oder ein Haus jährlich 2,9% Zinsen für den Kredit gezahlt werden müssen. (© picture alliance / dpa)

Das Wort "Zinsen" kommt vom lateinischen Wort „census“, das heißt „Abgabe“. Wer sich bei der Bank Geld leiht, also einen Kredit aufnimmt, muss das Geld in einem bestimmten Zeitraum zurückzahlen. Außerdem muss er noch eine Abgabe leisten, also Zinsen dafür zahlen, dass ihm die Bank zeitweise das Geld überlässt. Die Zinsen sind also der Preis, der gezahlt werden muss, damit man Geld geliehen bekommt.

Sollzinsen und Habenzinsen
Mit dem Wort „Zins“ sind noch eine Reihe von Spezialbegriffen verbunden. Die wichtigsten sind die „Sollzinsen“ und die „Habenzinsen“. Die Sollzinsen zahlt man an die Bank, wenn man einen Kredit bekommt. Die „Habenzinsen“ bekommt man von der Bank, wenn man Geld auf seinem Sparkonto eingezahlt hat.


Der Leitzins



Grafik, die die Entwicklung des Leitzinses seit 2000 in der Eurozone sowie in den USA vergleicht. (© © picture alliance / picturedesk.com)

Manche werden schon festgestellt haben, dass die Höhe der Zinsen schwankt. Mal ist ein Kredit um ein viertel Prozent teurer, dann wieder bekommt man für das Sparguthaben weniger als noch vor einem Jahr. Dies alles hängt vom sogenannten Leitzins ab. Diesen legt die Europäische Zentralbank (EZB), die in Frankfurt ihren Sitz hat, fest. Der Leitzins bestimmt, wie viele Zinsen die Banken bezahlen müssen, wenn sie sich bei der Bundesbank Geld leihen. Und so ist der Leitzins auch dafür entscheidend, wie hoch die Zinsen sind, die wir für einen Kredit zahlen müssen.

Warum ändert sich der Leitzins immer wieder?



Vereinfacht gesagt: Die Höhe des Leitzinses, den die einzelnen Banken (Fachbegriff „Geschäftsbanken“) an die Zentralbank zu zahlen haben, ist deshalb unterschiedlich, weil auch beim Bankgeschäft, bei den Krediten, der Grundsatz von Angebot und Nachfrage gilt. Wenn viele Kunden also sehr viel Geld haben wollen, wird das den Leitzins und damit auch die Sollzinsen für die Privatkunden erhöhen. Aber für die Erhöhung oder Senkung des Leitzinses spielen auch andere Dinge eine Rolle.

Die Europäische Zentralbank spielt eine wichtige Rolle



Das Gebäude der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main. (© picture-alliance / Ulrich Baumgarten)

Eine wichtige Aufgabe der EZB ist es darauf zu achten, dass der Euro stabil bleibt, das heißt, dass das Geld nicht plötzlich weniger wert ist. Und um das zu erreichen, kann es wichtig sein,den Leitzins zu erhöhen oder zu senken. Eine wichtige Aufgabe ist es auch, darauf zu achten, dass die Wirtschaft gut funktioniert. Dafür kann es dann auch einmal wichtig sein, den Leitzins zu senken, um das Geld billiger zu machen oder genauer gesagt, um die Kreditaufnahme billiger zu machen.

Quelle: Gerd Schneider / Christiane Toyka-Seid: Das junge Politik-Lexikon von www.hanisauland.de, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2020.

Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln