Antisemitismus


Bedeutung des Begriffs



Wenn Menschen Juden gegenüber feindlich eingestellt sind, nennt man das "Antisemitismus". Das kann sich in Beschimpfungen äußern, in Lügen, Erniedrigungen und Ungerechtigkeiten. Es kann sich aber auch in körperlicher Gewalt zeigen oder sogar in organisierter Massentötung.

Dieser antisemitische Aufruf hing am 1. April 1933 an einem großen Kaufhaus in Berlin (© picture alliance / Everett-Collection)



Antisemitismus im Nationalsozialismus
Besonders grausame Folgen hatte der Antisemitismus im Nationalsozialismus. Viele Millionen Juden in Europa wurden im Holocaust ermordet. Der deutsche Staat hatte diesen Völkermord geplant und durchgeführt.

(© picture alliance / IMAGNO/Votava)




Antisemitismus ist verboten



In unserem Grundgesetz steht ausdrücklich, dass antisemitische Handlungen und Äußerungen verboten sind. Trotzdem gibt es immer noch Antisemitismus; besonders in Kreisen der Neonazis werden judenfeindliche Parolen verbreitet oder an Wände geschmiert und jüdische Grabmale geschändet.Die Täter werden verfolgt und bestraft. Auch die Vereinten Nationen haben Antisemitismus als Ausdruck von Rassismus verurteilt.


Woher kommt das Wort "Antisemitismus"?



Der Begriff "Antisemitismus" für "Judenfeindschaft" kam in Deutschland im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts auf. Er hat sich bis heute gehalten, obwohl "Antisemitismus" genau übersetzt eigentlich etwas anderes bedeutet. Die Semiten sind eine Volksgruppe, zu der alle Völker gehören, die semitische Sprachen sprechen. Eine semitische Sprache ist zum Beispiel Hebräisch – das ist die Sprache der Juden. Aber auch Aramäisch, Äthiopisch und Arabisch gehören zur semitischen Sprachgruppe. Weil "anti" auf Deutsch "gegen" heißt, müsste sich Antisemitismus also gegen die Semiten richten. Tatsächlich bezeichnet der Begriff "Antisemitismus" aber die Abneigung oder Feindschaft gegenüber Juden, nicht aber gegenüber Arabern.

Quelle: Gerd Schneider / Christiane Toyka-Seid: Das junge Politik-Lexikon von www.hanisauland.de, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2020.

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