Nationalbewegung/ Nationalstaat


Forderung nach einem eigenen Staat



Wenn in einem Volk, das bislang ohne eigenen Staat war, politische Bewegungen einen solchen eigenständigen Staat fordern, dann spricht man von "Nationalbewegung". Solche Forderungen führen oft zu Streit und zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit den bisherigen Machthabern.

Nationalbewegungen seit dem 19. Jahrhundert



Nationalbewegungen hat es in Europa vor allem im Zeitalter des Nationalismus im 19. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gegeben. Im 19. Jahrhundert sind Staaten wie Griechenland und Italien oder auch die Staaten in Lateinamerika entstanden. Zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg gab es erfolgreiche Nationalbewegungen in Osteuropa, beispielsweise wurden in dieser Zeit Polen, Ungarn oder Finnland als Nationalstaaten gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich diese Bewegung in den ehemaligen Kolonien in Afrika und Asien fort. Auch in Europa gibt es heutzutage Bestrebungen zur Gründung neuer Nationalstaaten, zum Beispiel in Schottland, das zu Großbritannien gehört , oder auch in Katalonien im Nordosten von Spanien

Deutsche Nationalbewegung und Nationalstaat



Die deutsche Nationalbewegung entstand im frühen 19. Jahrhundert. Deutschland als Ganzes gab es damals noch nicht, sondern es gab viele deutsche Einzelstaaten. Nachdem französische Truppen unter Kaiser Napoleon viele dieser Staaten besetzt hatten, wurde der Ruf nach einem deutschen Nationalstaat laut. Doch die Nationalbewegung erlitt zunächst viele Rückschläge. Besonders dramatisch war das Scheitern der Revolution von 1848/49, in der die Forderung nach einem einheitlichen deutschen Staat eine zentrale Rolle spielte. 1871 kam es dann aber zur Gründung des deutschen Nationalstaates.

Quelle: Gerd Schneider / Christiane Toyka-Seid: Das junge Politik-Lexikon von www.hanisauland.de, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2020.

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