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Kindersoldaten

Ein zwölfjähriger Kindersoldat im Kongo 2003. (© dpa - Fotoreport)


250.000 Kindersoldaten

Kindersoldaten nennt man Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die in Kriegen und Aufständen kämpfen. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen (UNO) gibt es weltweit etwa 250.000 Kindersoldaten, darunter alleine in Afrika über 100.000. Es ist zwar seit 2002 international verboten, dass Kinder und Jugendliche in Kriegen kämpfen, doch nicht alle Länder halten sich an das Verbot.

Zum Kämpfen gezwungen

Wie kommt es, dass Kinder als Kämpfer, als Kuriere, als Spione oder sogar zur Minenräumung eingesetzt werden? Oft werden sie gar nicht gefragt, sondern brutal aus ihren Dörfern entführt und unter Gewaltandrohung zum Kampf gezwungen. Oft werden die Kinder auch unter Drogen gesetzt und auf diese Weise willenlos gemacht. Viele Kindersoldaten werden mit falschen Versprechungen angeworben. Ihnen wird gesagt, sie könnten viel Geld verdienen und so ihre armen Familien unterstützen. Die erwachsenen Soldaten zeigen ihnen, wie sie mit Waffen umgehen und andere Menschen töten. Was die Kindersoldaten im Krieg erleben, ist oft so grausam, dass sie ihr ganzes späteres Leben unter den Erinnerungen leiden.

Hilfen für Kindersoldaten

Internationale Organisationen wie zum Beispiel das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF versuchen, diesen Kindern zu helfen. Zuerst müssen sie aus den Armeen, die sie zum Kämpfen zwingen, befreit werden. Dann werden die ehemaligen Kindersoldaten in besondere Kinderheime gebracht. Dort hilft man ihnen dabei, die schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten. Man versucht, ihnen eine Ausbildung zu ermöglichen, damit sie ein neues Leben beginnen können.

In dieser Schule in Uganda werden ehemalige Kindersoldaten betreut. Sie können außerdem einen richtigen Beruf erlernen. (© picture alliance / blickwinkel)



Quelle: Gerd Schneider / Christiane Toyka-Seid: Das junge Politik-Lexikon von www.hanisauland.de, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2021.

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