Anlageberatung

Anlageberatung steht im Spannungsfeld zwischen dem individuellen Beratungsbedarf des Kunden und den Zielen der Geschäftspolitik des jeweiligen Kreditinstituts, insbesondere der Absatzförderung von Produkten mit Provisionen für das Institut.

Das Wertpapierhandelsgesetz verpflichtet Kreditinstitute, Wertpapierdienstleistungen mit der erforderlichen Sachkenntnis, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit im Interesse des Kunden zu erbringen, sich um die Vermeidung von Interessenkonflikten zu bemühen und dafür zu sorgen, dass bei unvermeidbaren Interessenkonflikten das Kundeninteresse Vorrang vor dem Eigeninteresse hat. Kreditinstitute sind verpflichtet, von ihren Kunden Angaben zu verlangen über ihre Erfahrungen oder Kenntnisse in Geschäften, die Gegenstand von Wertpapierdienstleistungen sein sollen, ihre mit den Geschäften verfolgten Ziele sowie ihre finanziellen Verhältnisse, und ihren Kunden alle zweckdienlichen Informationen (produktbezogene Risikoinformationen) mitzuteilen, soweit dies zur Wahrung der Interessen des Kunden und im Hinblick auf Art und Umfang der beabsichtigten Geschäfte erforderlich ist.

Zusendungen von Verkaufs- und Zeichnungsprospekten sowie von Informationsdiensten (Börsenwoche, Geldtipps) und individuelle Anlagevorschläge. Seit 2010 besteht eine gesetzliche Dokumentationspflicht des Beratungsgesprächs mit Privatkunden im Sinne eines Beratungsprotokolls. Damit soll die Beratungsqualität erhöht und der Anleger vor Falschberatung geschützt werden. Weiterhin sind Wertpapierdienstleistungsunternehmen seit November 2012 verpflichtet, für bestimmte Aufgaben nur noch Mitarbeiter mit einer vorgeschriebenen Mindestqualifikation einzusetzen. Diese Mitarbeiter müssen zudem an eine Datenbank (das Mitarbeiter- und Beschwerderegister) gemeldet werden, die bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht geführt wird.

Duden Wirtschaft von A bis Z: Grundlagenwissen für Schule und Studium, Beruf und Alltag. 6. Aufl. Mannheim: Bibliographisches Institut 2016. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2016.

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