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Abgeordnete

1) Vom Volk durch unmittelbare, freie, gleiche und geheime Wahlen gewählte Repräsentanten, die in den Parlamenten moderner Demokratien Vertreter des gesamten Volkes sind und mit keinerlei Aufträgen oder Weisungen (z. B. aus der Partei oder dem Wahlkreis) gebunden werden können (Art. 38 Abs. 1 GG). Dieser Freiheit des A. steht faktisch (zumindest in den parlamentarischen Demokratien) die Fraktionsdisziplin gegenüber. Zur ungehinderten Ausübung ihres Amtes sind die A. durch Immunität, Indemnität und den Bezug von Diäten gesichert. Die A. einer Partei oder gleicher politischer Überzeugung schließen sich in den Parlamenten zu Fraktionen oder Gruppen zusammen. Der wichtigste Teil der A.-Arbeit findet nicht in den Plenarsitzungen, sondern in den Parlamentsausschüssen und Fraktionen statt.

2) In nicht demokratischen Systemen dienen die (z. T. von den Machthabern ernannten) A. der (Schein-) Legitimation des Regimes, sind in ihren Entscheidungen nicht frei und haben v. a. die Aufgabe, die autoritär getroffenen Entscheidungen an die Bevölkerung weiter zu vermitteln.

Siehe auch:
Wahlen
Parlament
Demokratie
Weisungsbefugnis
Wahlkreis
Freiheit
Amt
Immunität
Indemnität
Diäten
Partei
Überzeugung
Fraktion
System
Legitimation
Regime
Entscheidung
Bevölkerung

Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 7., aktual. u. erw. Aufl. Bonn: Dietz 2018. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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