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Eigentum

E. bezeichnet das unbeschränkte, dingliche Recht, über eine Sache frei bestimmen, verfügen und auf diese einwirken zu können, sowie das Recht, andere davon auszuschließen, sofern die in der Rechtsordnung gezogenen Grenzen (z. B. Gesetze, Rechte Dritter) nicht überschritten werden. E. wird üblicherweise durch Übereignung (z. B. Kauf) oder Erbfolge erworben. Das E. ist geschützt, d. h. bei Beeinträchtigung oder Verletzung des E.-Rechts oder der Sache können Abwehr- bzw. Ausgleichsrechte geltend gemacht werden. Insofern unterscheidet sich E. strikt von (tatsächlichem) Besitz einer Sache.

Zentrales Element demokratischer Gesellschaften ist die (unterschiedlich gestaltbare) E.-Ordnung, da sie die Verteilung und die Verfügungsgewalt über das Vermögen festlegt, damit die Machtverhältnisse innerhalb einer Gesellschaft bestimmt und Grenzen von Nicht-E. aufzeigt.

Die E.-Ordnung nimmt damit entscheidenden Einfluss auf die Sozialordnung. Art. 14 GG schützt daher nicht nur das E. (E.-Garantie), sondern unterstellt es auch der Sozialpflicht, d. h., sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen (Art. 14 Abs. 2 GG). Art. 14 Abs. 3 GG erlaubt die Enteignung zum Wohle der Allgemeinheit, die allerdings ausschließlich für gesetzlich festgelegte Zwecke erfolgen darf und den Enteigneten Entschädigung zugesteht.

Siehe auch:
Recht
Gesetz
Gesellschaft
Volkseigentum

Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 7., aktual. u. erw. Aufl. Bonn: Dietz 2018. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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