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Europäische Union (EU)

Bis zum Vertrag von Lissabon war die EU kein geschlossenes Politisches System, sondern ein Verbund selbstständiger Staaten (Staatenverbund), die sich verpflichtet hatten, a) in einigen Politikfeldern ausschließlich gemeinschaftlich zu handeln, b) in einigen Politikfeldern eng zusammenzuarbeiten und die Entscheidungen weitgehend aufeinander abzustimmen, c) in allen anderen Politikfeldern die Interessen der anderen Partner weitgehend zu berücksichtigen.

Die Aufgaben der EU lassen sich nicht einheitlich zusammenfassen. Grundlage des europäischen Einigungsprozesses sind die Gründungsverträge sowie deren zahlreiche Änderungen und Ergänzungen, wie sie insb. im EG-Vertrag zum Ausdruck kommen und mit dem Vertrag über die Europäische Union (EUV) erweitert werden. Die wichtigsten Prinzipien sind Achtung der nationalen Identitäten, Achtung der Grundrechte, Achtung des Subsidiaritätsprinzips, Offenheit für weitere Mitglieder.

Von 1995 bis 2009 stand die EU auf drei sog. Säulen: 1) den drei Europäischen Gemeinschaften, d. h. der Europäischen Gemeinschaft (als Nachfolgerin der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, EWG), der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (bis 2002), der Europäische Atomgemeinschaft (EAG)/EURATOM, 2) der Zusammenarbeit der EU-Länder im Rahmen einer Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP)) und 3) der Zusammenarbeit der EU-Länder in der Justiz- und Innenpolitik.

Durch den Vertrag von Lissabon (2009) wurde diese Säulenstruktur aufgelöst, da die EU anstelle der EG trat.

Die sieben zentralen Organe der EU sind: der Rat der Europäischen Union (Ministerrat), das EP (Europäisches Parlament (EP)), die Europäische Kommission, das faktisch wichtigste politische Organ, das den europäischen Einigungsprozess steuert, der Europäische Rat (Europäischer Rat), d. h. das Treffen der Regierungschefs der EU-Länder, der EuGH (Europäischer Gerichtshof (EuGH)), der EuRH (Europäischer Rechnungshof (EuRH)) und die Europäische Zentralbank (EZB).

Von 2013 bis 2020 hat die EU 28 Mitglieder (AUT, BEL, BGR, CYP, CZE, DEU, DNK, ESP, EST, FIN, FRA, GBR, GRC, HUN, HRV, IRL, ITA, LUX, LTU, LVA, MLT, NLD, PRT, POL, ROU, SWE, SVK, SVN). Nachdem 2016 eine knappe Mehrheit der britischen Bevölkerung für den Austritt stimmte, trat Großbritannien (GBR) am 31.1.2020 aus der EU aus. Die 27 Mitgliedsländer der EU umfassen eine Fläche von etwa 4,5 Mio km2 mit einer Bevölkerung von knapp 448 Mio. Menschen.

Informationen zu den Mitgliedsstaaten finden sich in den Stichworteinträgen der einzelnen Staaten.


Europäische Union (EU)




Europäische Union (EU)

Siehe auch:
Vertrag von Lissabon
Politisches System
Staat
Staatenverbund
Entscheidung
Interessen
EG-Vertrag
Vertrag über die Europäische Union (EUV)
Grundrechte
Europäische Atomgemeinschaft (EAG)/EURATOM
Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP)
Rat der Europäischen Union
Europäisches Parlament (EP)
Europäische Kommission
Europäischer Rat
Europäischer Gerichtshof (EuGH)
Europäischer Rechnungshof (EuRH)
Europäische Zentralbank (EZB)
Großbritannien (GBR)
Bevölkerung
Europarecht
Mehrebenensystem

Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 7., aktual. u. erw. Aufl. Bonn: Dietz 2020. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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