Europäische Volkspartei (EVP)

Die EVP ist ein übernationaler Parteienzusammenschluss von 77 Mitgliedsparteien aus 41 Ländern, darunter alle EU-Staaten mit Ausnahme von GBR, mit eigener Organisationsstruktur und ständigem Sekretariat in Brüssel. Sie wurde 1976 gegründet und gab sich 1990 eine neue Satzung (die zuletzt 2015 in Madrid geändert wurde). Die Organisation der Partei besteht aus a) dem alle drei Jahre stattfindenden Kongress, in dem die Mitgliedsparteien im Verhältnis ihrer Abgeordneten im Europäischen Parlament vertreten sind, b) dem Vorstand, der analog zum Kongress besetzt wird und der das c) Präsidium mit einem Präsidenten an der Spitze wählt. Die Arbeit der EVP wird von einem d) Generalsekretär geleitet; e) darüber hinaus gibt es die politisch wichtige Konferenz der Partei- und Regierungschefs. Daneben gibt es weitere f) Parteigliederungen (z. B. für die Jugend-, Frauen-, Arbeitnehmer-, Mittelstandspolitik), die über ein Stimmrecht in den Parteiorganisationen verfügen; individuelle Mitgliedschaft ist möglich.

Die EVP verfasste 1992 ein Grundsatzprogramm, in dem sie sich zu einem föderativen Aufbau der Europäischen Union und einer vollständigen sozialen, wirtschaftlichen politischen Integration bekennt. Allerdings überlagern die nationalen Unterschiede und Interessen in vielfältiger Weise die gemeinsamen inhaltlichen Zielsetzungen.

Siehe auch:
Satzung
Partei
Abgeordnete
Europäisches Parlament (EP)
Europäische Union (EU)
Integration
Interessen
Europäische Parteienzusammenschlüsse

Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 7., aktual. u. erw. Aufl. Bonn: Dietz 2018. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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