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Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP)

GASP bezeichnet einen im Vertrag über die Europäische Union vereinbarten Kooperationsmechanismus zwischen den EU-Mitgliedsländern mit dem Ziel, schrittweise zu einer gemeinsamen Außenpolitik und Sicherheitspolitik zu gelangen. Die Europäische Union verfolgt ihre GASP, indem sie allgemeine Leitlinien bestimmt, Beschlüsse zur Festlegung der von der EU durchzuführenden Aktionen und einzunehmenden Standpunkte erlässt und die Einzelheiten zu deren Durchführung beschließt. Außerdem wird die Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten in diesem Politikfeld systematisch ausgebaut. Darüber hinaus werden internationale Übereinkünfte mit Drittländern und internationalen Organisationen abgeschlossen.

Die Vereinbarungen zur GASP lösen die seit den 1970er-Jahren praktizierte Europäische Politische Zusammenarbeit (EPZ) ab. 2001 wurde die GASP um die Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) ergänzt. Auch durch den Vertrag von Lissabon wurde die GASP nicht vergemeinschaftet, durch die Schaffung eines Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD) und des Amtes des Hohen Vertreters/der Hohen Vertreterin der Union für Außen- und Sicherheitspolitik jedoch institutionell und in ihrer Außenwirkung gestärkt.

Siehe auch:
Vertrag
Außenpolitik
Sicherheitspolitik
Europäische Union (EU)
Internationale Organisationen
Vertrag von Lissabon
Europäischer Auswärtiger Dienst (EAD)
Hoher Vertreter/Hohe Vertreterin der Union für Außen- und Sicherheitspolitik

Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 7., aktual. u. erw. Aufl. Bonn: Dietz 2018. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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