Interessen

[lat.] I. ist eine Sammelbezeichnung für eine Vielfalt ökonomischer und sozialer Absichten und Forderungen, die von unterschiedlichen Gruppen und Organisationen an das politische System herangetragen werden. Zu unterscheiden sind a) allgemeine I., deren Verwirklichung einer Vielzahl von Menschen bzw. der gesamten Bevölkerung zugutekommt (z. B. der Verbraucherschutz); b) spezielle I., deren Umsetzung lediglich einer bestimmten Gruppe nutzt (z. B. Behindertenpolitik); c) kollektive I., bei deren Realisierung niemand von der Nutzung ausgeschlossen werden kann (z. B. saubere Luft); d) private I., bei denen andere von der Nutzung ausgeschlossen werden können (z. B. I. der Jägervereinigungen).

Weiterhin ist zu unterscheiden zwischen latenten I., die zwar vorhanden sind, aber sich nicht politisch äußern, und manifesten I., für die es Gruppen, Initiativen, Verbände und Zusammenschlüsse gibt (organisierte I.), die sich engagieren, z. T. in Form von Selbsthilfe und Selbstorganisation tätig werden oder als Interessengruppen (z. T. großen) politischen Einfluss haben (z. B. die Spitzenverbände der Arbeitgeber, Gewerkschaften).

Siehe auch:
Politisches System
Bevölkerung
Verband/Verbände
Interessengruppen/Interessenverbände
Spitzenverbände
Arbeitgeber/Arbeitgeberin
Gewerkschaften
Konfliktfähigkeit
Organisationsfähigkeit
Pluralismus

Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 7., aktual. u. erw. Aufl. Bonn: Dietz 2018. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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