BUNDESTAGSWAHL 2021 Mehr erfahren

Kirchen

K. bezeichnet die als (Groß-)Organisationen auftretenden christlichen Religionsgemeinschaften, die in DEU traditionell sowohl a) einen großen (direkten und indirekten) Einfluss auf die politische Entscheidungsfindung ausüben als auch b) einen erheblichen Teil der sozialpolitischen (z. B. Caritas, Diakonie) und der Bildungs- und Erziehungsleistungen erbringen. Die K. sind in DEU aufgrund ihrer Stellung als Körperschaften des öffentlichen Rechts (Körperschaft des öffentlichen Rechts (KdöR)) berechtigt, zur Finanzierung ihrer (v. a. seelsorgerischen) Aufgaben K.-Steuern zu erheben. Diese ist als Zuschlag zur Einkommensteuer (je nach Bundesland z. Zt. 8–10 %) von den K.-Mitgliedern zu zahlen und wird von den staatlichen Finanzämtern eingezogen. Das Verhältnis zwischen Kirche und Staat, geistlicher und weltlicher Herrschaft ist historisch nicht unbelastet. Es wurde in DEU durch die Klärung der beiderseitigen Rechte und Pflichten in Konkordaten und Kirchenverträgen zwischen den K. und den Bundesländern geregelt. In einigen Staaten (z. B. USA, FRA) legen die Verfassungen eine strikte Trennung von K. und Staat fest, in anderen (z. B. ITA) wurde den Staats-K. die Ausübung bestimmter Rechte eingeräumt.

Siehe auch:
Entscheidung
Caritas
Diakonie
Körperschaft des öffentlichen Rechts (KdöR)
Bundesland
Staat
Herrschaft
Konkordat
Verfassung
Katholizismus
Protestantismus

Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 7., aktual. u. erw. Aufl. Bonn: Dietz 2020. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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