Konkordanzdemokratie

[lat.: Übereinstimmung] K. bezeichnet eine demokratische Regierungsform, in der (gesellschaftliche und) politische Konflikte nicht primär über politische Mehrheiten und (einfache) Mehrheitsregeln, sondern über Verhandlungen, Kompromisse und möglichst breite Übereinstimmung gelöst werden. Um zu Lösungen und zum Ausgleich zwischen den beteiligten Interessengruppen bzw. den Parteien zu gelangen und um auch Minderheiten angemessen zu beteiligen, werden (z. T. komplizierte) Vermittlungstechniken und formalisierte Kompromissverfahren angewandt sowie genau festgelegte Proporzregeln eingehalten. Typischerweise wird die Schweizer Direktdemokratie als K. bezeichnet, in der eine permanente » Große Koalition« der vier größten Parteien die Regierung stellt.

Siehe auch:
Mehrheit
Verhandlung
Interessengruppen/Interessenverbände
Partei
Minderheit
Große Koalition
Regierung
Demokratie
Direkte Demokratie
Konkurrenzdemokratie
Schweiz (CHE)

Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 7., aktual. u. erw. Aufl. Bonn: Dietz 2018. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln