Versailler Vertrag

Bezeichnung für den am 10.1.1920 in Kraft getretenen Friedensvertrag zwischen dem Deutschen Reich (Deutsches Reich/Deutsches Kaiserreich) und den Alliierten zur Beendigung des Ersten Weltkriegs (1914–1918). Der V. V. wies dem Dt. Reich die Alleinschuld am Ausbruch des Ersten Weltkriegs zu, sah große Gebietsabtretungen, die Internationalisierung wichtiger Flüsse und den Verzicht auf alle Kolonien vor. Er verlangte die Auslieferung von Kriegsverbrechern (Kriegsverbrechen), regelte die Auslieferung von Kriegsgefangenen, führte zur (zeitweiligen) Entmilitarisierung einiger dt. Gebiete (Gebiet/Hoheitsgebiet)(z. B. Rheinland) und zur drastischen Einschränkung der dt. Wehrmacht. Der V. V. belegte das Deutsche Reich mit enormen Reparationen; enthielt aber auch die Satzung für den Völkerbund. Der V. V. wurde im Dt. Reich als ungerecht angesehen (die USA und CHN schlossen mit dem Dt. Reich einen Sonderfrieden) und führte in der Weimarer Republik zu dramatischen politischen Spannungen (insb. geschürt von den Nationalisten und Nationalsozialisten, aber auch von den Rechtskonservativen und den Militärs). Obwohl infolge der dt. Verständigungspolitik (G. Stresemann) nicht alle Vertragsbedingungen umgesetzt werden mussten, gilt der V. V. als schwierigste wirtschaftliche und politische Belastung der ersten dt. Demokratie.

Siehe auch:
Deutsches Reich/Deutsches Kaiserreich
Alliierte
Weltkrieg
Kriegsverbrechen
Gebiet/Hoheitsgebiet
Reparation
Völkerbund
Weimarer Republik
Demokratie

Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 7., aktual. u. erw. Aufl. Bonn: Dietz 2020. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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