Vietnamkrieg

V. bezeichnet die militärischen Auseinandersetzungen in Indochina zwischen 1945 und 1975. Der V. führte 1954 zum Rückzug der Kolonialmacht FRA und zur Teilung des Landes (kommunistische regierter Norden, Militärdiktatur im Süden). Die USA führten seit 1964 einen z. T. massiven, aber letztlich erfolglosen Krieg und zogen sich ab 1969 immer mehr zurück. Dies führte faktisch zu einer Vietnamisierung des Krieges (Norden gegen Süden). Dieser endete am 30.4.1975 mit der Kapitulation Südvietnams.

Der V. war seit 1964 vor allem ein Kampf zwischen zwei Ideologien (Kommunismus gegen Kapitalismus). In der Weltöffentlichkeit wurde er aber angesichts des Ungleichgewichts und der eskalierenden Unmenschlichkeit zwischen dem (armen, wirtschaftlich und sozial schwer getroffenen) Entwicklungsland (Entwicklungsländer) Nord-V. und der (militärisch-technisch übermächtigen) Supermacht USA zum Symbol für Ungerechtigkeit und Unterdrückung. Der Protest gegen den V. war Ende der 1960er-/Anfang der 1970er-Jahre auch in der BRD wichtiger Teil der Friedensbewegung und Studentenproteste. In den USA führten die unbewältigten psychologischen Folgen des Krieges zum sog. Vietnamtrauma.

Siehe auch:
Krieg
Kapitulation
Ideologie
Kommunismus
Kapitalismus
Entwicklungsländer
Soziale Bewegungen

Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 7., aktual. u. erw. Aufl. Bonn: Dietz 2020. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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