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Widerstand

Allg.: W. bezeichnet die Abwehr einer Gefahr.

Pol.: W. bezeichnet ein politisches Verhalten, das sich gegen eine als bedrohlich und nicht legitim empfundene Herrschaft richtet. Es gibt W. gegen Personen (den Herrscher, die Herrschenden), gegen die Form der Herrschaft (z. B. Diktaturen) bzw. gegen einzelne politische Maßnahmen. Passiver W., d. h. die gewaltlose Weigerung (z. B. Streik), ist von militantem W., d. h. den aktiven, mit Gewalt gegen Sachen oder Personen verbundenen Handlungen, zu unterscheiden.

Das Recht auf W. zählt seit der Entwicklung moderner Verfassungen Ende des 18. Jhs. zu den Grundrechten. Das Grundgesetz (GG) kannte zunächst kein W.-Recht; dem heute gültigen Art. 20 Abs. 4 GG nach »haben alle Deutsche das Recht auf Widerstand«, wenn die Verfassungsordnung bedroht und »andere Abhilfe nicht möglich ist«. Das Widerstandsrecht als »naturgegebenes« Abwehrrecht gegen schwere Rechtsverstöße wurde als Ausgleich zur Notstandsgesetzgebung erst 1968 geschaffen. Es ist nach gängiger Rechtsauffassung eng auszulegen.

Siehe auch:
Herrschaft
Diktatur
Streik
Verfassung
Grundrechte
Grundgesetz (GG)
Notstand

Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 7., aktual. u. erw. Aufl. Bonn: Dietz 2020. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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