Anwartschaft

die dem Anwärter nur tatsächlich (und nicht rechtsverbindlich) eingeräumte bloße Aussicht auf einen künftigen Rechtserwerb, z. B. die Stellung als Ersatzerbe. Hiervon zu unterscheiden ist das Anwartschaftsrecht, bei dem es sich um die Vorstufe zum Vollerwerb eines Rechts handelt, das dem Inhaber des Anwartschaftsrechts gegen seinen Willen oder ohne sein Zutun nicht vorenthalten werden kann. Beispiel: Veräußert jemand eine Sache unter Eigentumsvorbehalt, so erwirbt der Käufer Eigentum zwar erst mit der vollen Bezahlung des Kaufpreises, bis dahin steht ihm aber das Anwartschaftsrecht am Eigentumserwerb zu, den ihm insoweit niemand verwehren kann. Das Anwartschaftsrecht ist im BGB nicht geregelt; es wird wie ein subjektives Recht behandelt, ist also als solches übertragbar, vererblich, pfändbar und unterliegt der Zwangsvollstreckung. Befindet es sich in der Hand eines Dritten, etwa weil es vom ursprünglichen Inhaber abgetreten wurde, so erwirbt der Dritte beim Erstarken des Anwartschaftsrechts zum Vollrecht das Vollrecht direkt.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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