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Rechtsdienstleistung

im Sinne des Rechtsdienstleistungsgesetzes (RDG) vom 12.12.2007, das das Rechtsberatungsgesetz von 1935 abgelöst hat, jede (außergerichtliche) Tätigkeit in konkreten fremden Angelegenheiten, sobald sie eine rechtliche Prüfung des Einzelfalls erfordert. Keine R. in diesem Sinne ist z.B. die allgemeine Aufklärung rechtlicher Hintergründe. Die umfassende rechtliche Beratung ist weiterhin insbesondere der Rechtsanwaltschaft vorbehalten. Jenseits dieses Personenkreises ist aber die entgeltliche R. zulässig, wenn sie als Nebenleistung zum Berufs– und Tätigkeitsbild gehört. Ausdrücklich lässt das Gesetz R. als Nebenleistung im Zusammenhang mit der Testamentsvollstreckung, der Haus– und Wohnungsverwaltung und der Fördermittelberatung zu. Die unentgeltliche R. ist allgemein zulässig, außerhalb familiärer oder persönlicher Beziehungen jedoch unter Qualifikationsvorbehalt gestellt. Berufs– und Interessenvereinigungen sowie Genossenschaften können für ihre Mitglieder im Rahmen ihrer satzungsgemäßen Aufgaben R. erbringen. Das Forderungsinkasso bedarf einer Anmeldung bei den Landesjustizverwaltungen. Im beschränkten Rahmen ist die unentgeltliche Prozessvertretung zulässig (z.B. durch Familienangehörige). Unberührt geblieben ist die gerichtliche fachbezogene Vertretungsbefugnis der steuerberatenden Berufe, der Verbände von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, der Sozialverbände und der Rentenberater.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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