Tatbestand

als Straftatbestand die Gesamtheit der Merkmale einer gesetzlichen Deliktsbeschreibung in einer Norm, für die eine möglichst genaue Bestimmtheit erforderlich ist. Der äußere T. (objektive T.) umfasst alle äußerlich wahrnehmbaren Merkmale der Tat (z. B. beim Mord den Tod eines Menschen durch die Einwirkung eines anderen), der innere T. (subjektive T.) die dem äußeren Geschehen zugrunde liegenden seelischen Vorgänge im Täter (z. B. den Tötungsvorsatz und die gesetzlich vorausgesetzten Beweggründe des Täters). Die Verwirklichung des T. ist neben Rechtswidrigkeit und Schuld eine der drei grundlegenden Voraussetzungen für die Strafbarkeit einer Tat. Der T. hat insoweit eine Garantiefunktion zugunsten des Täters, als nach rechtsstaatlichen Verbürgungen eine Tat nur bestraft werden kann, wenn ihre Strafbarkeit bereits vor Begehung der Tat in einem gesetzlichen T. bestimmt war (Grundsatz nulla poena sine lege). Über den Tatbestandsirrtum Irrtum.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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