Versetzung

Es ist zu unterscheiden zwischen individualvertraglichem und betriebsverfassungsrechtlichem Versetzungsbegriff. Arbeitsvertragsrechtlich ist die Versetzung die Änderung des Aufgabenbereichs des Arbeitnehmers nach Art, Ort und Zeit der Tätigkeit. Sie kann aufgrund des (einseitigen) Direktionsrechts des Arbeitgebers, eines Änderungsvertrags oder einer Änderungskündigung erfolgen. Ob die Versetzung durch Ausübung des Direktionsrechts vorgenommen werden kann, hängt vom Inhalt des Arbeitsvertrags ab. Eine unter Überschreitung des Direktionsrechts ausgesprochene Versetzung ist unwirksam und im Zweifel keine Änderungskündigung. Versetzung im Sinne des Betriebsverfassungsrechts (§ 95 Abs. 3 Betriebsverfassungsgesetz, BetrVG) ist die Zuweisung eines anderen Arbeitsbereiches, die voraussichtlich die Dauer von einem Monat überschreitet oder die mit einer erheblichen Änderung der Umstände verbunden ist, unter denen die Arbeit zu leisten ist. Keine Versetzung liegt bei einer Tätigkeit mit stets wechselndem Arbeitsort vor. Der Betriebsrat hat bei der Versetzung Mitwirkungsrechte nach §§ 99 ff. BetrVG. Eine unter Übergehung des Betriebsrats vorgenommene Versetzung ist unwirksam.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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