Widerruf

Strafrecht: Nach §§ 56 f. StGB erfolgt ein Widerruf der Strafaussetzung zur Bewährung, wenn der Verurteilte in der Bewährungszeit eine neue Straftat begeht, sich der Aufsicht und Leitung des Bewährungshelfers beharrlich entzieht oder sonst gegen Weisungen oder Auflagen gröblich verstößt. Bei Aussagedelikten (Eidesdelikten) kann der rechtzeitige Widerruf einer falschen Angabe zum Absehen von Strafe oder zur Strafmilderung führen (§§ 158, 163 StGB). Im Strafverfahrensrecht ist der Widerruf einer Haftverschonung (Haft) nach § 116 Abs. 4 StPO zulässig, wenn der Beschuldigte den ihm auferlegten Pflichten gröblich zuwiderhandelt, Anstalten zur Flucht trifft oder sonstige Umstände die Verhaftung erforderlich machen.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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