Amt

kennzeichnet das A. (im statusrechtlichen) Sinne die Rechtsstellung des Beamten (A. des Regierungsrats). Ein dieser Rechtsstellung entsprechender Aufgabenkreis bei einer bestimmten Behörde wird ebenfalls A. (im funktionellen Sinne) genannt (A. des Sachbearbeiters im Innenministerium). In einem organisatorischen Sinn bezeichnet man den einem einzelnen Amtswalter (Amtsträger) übertragenen Zuständigkeitsbereich als A.

Amtswalter sind die Beamten sowie die Angestellten und Arbeiter im öffentlichen Dienst. Der Amtswalter handelt für die juristische Person, der das A. zugehört (z. B. das Land Niedersachsen), und übt die Amtsgewalt aus. Die Ausübung hoheitlicher Befugnisse ist i. d. R. Beamten zu übertragen (Art. 33 Abs. 4 GG). Durch Übernahme des A. ergeben sich mannigfache Rechte und Pflichten des Amtswalters, die durch Verfassung und Gesetz sowie durch interne Dienstanweisungen festgelegt sind (Amtspflichten).

Mit fortschreitender Einbindung der Bürger in die Entscheidungsprozesse in Staat und Gesellschaft treten neben die besoldeten, meist lebenslänglich verliehenen Ä. zahlreiche Ehrenämter, deren Inhaber das A. ohne Besoldung (jedoch oft mit Aufwandsentschädigung), und ohne es zu ihrer Berufsstellung zu machen, verwalten, z. B. Bezirksräte in einzelnen Stadtbezirken (Nordrhein-Westfalen) oder Betriebsräte in Unternehmen.

Unter A. wird ferner im allgemeinen Sprachgebrauch eine aus mehreren Beamten bestehende Behörde (z. B. Finanzamt) verstanden.

Im Kommunalrecht ist A. die Bezeichnung für einen rechtsfähigen Gemeindeverband, der aus kleineren Gemeinden besteht und diese bei der Erfüllung ihrer Verwaltungsaufgaben unterstützt (nur in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein).

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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