Amtsgericht

die unterste Gerichtsstufe der ordentlichen Gerichtsbarkeit in Deutschland (in den neuen Bundesländern aus den Kreisgerichten gebildet). Das Amtsgericht ist regelmäßig mit mehreren Richtern (Amtsbezeichnung: Richter am Amtsgericht ) besetzt, die in Zivilsachen stets als Einzelrichter entscheiden. In Strafsachen entscheidet entweder der Strafrichter als Einzelrichter oder das Schöffengericht, das i. d. R. aus einem oder ausnahmsweise aus zwei Berufsrichtern (erweitertes Schöffengericht) und zwei ehrenamtlichen Richtern (Schöffen) besteht. Bei jedem Amtsgericht wird ein Präsidium gewählt, das die Besetzung der Spruchkörper und die Geschäftsverteilung regelt. Die Dienstaufsicht führt ein Mitglied des Amtsgerichts (aufsichtsführender Richter, bei großen Amtsgerichten : Amtsgerichtspräsident); zur Zuständigkeit der Amtsgerichte in Zivil- und Strafsachen Gericht.

Das Amtsgericht ist regelmäßig auch erste Instanz in der freiwilligen Gerichtsbarkeit, z. B. als Nachlass-, Register- und Vormundschaftsgericht sowie Grundbuchamt. Es ist ferner Familien-, Vollstreckungs- und Insolvenzgericht. Dem Amtsgericht im Rechtszug zunächst übergeordnet ist das Landgericht.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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