Arbeitnehmerüberlassung

Fachausdruck des Arbeitsrechts für die gewerbsmäßige Überlassung von Arbeitnehmern (Leiharbeitnehmern) durch ihren Arbeitgeber (Verleiher, Leiharbeits- oder Zeitarbeitsunternehmer) an einen Dritten (Entleiher) zur zeitlich befristeten Arbeitsleistung (Zeitarbeit), ohne damit Arbeitsvermittlung im Sinne von § 35 SGB III zu betreiben. Die Arbeitnehmerüberlassung wird meist in Anspruch genommen, um Personalengpässe (Kündigung, Urlaub, Krankheit, Auslastungsspitzen) zu überbrücken. Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) i. d. F. v. 3. 2. 1995 regelt die gewerbsmäßige Arbeitnehmerüberlassung. Die gewerbsmäßige Arbeitnehmerüberlassung ist erlaubnispflichtig (durch die Bundesagentur für Arbeit); das AÜG sichert den Lohnanspruch eines Leiharbeitnehmers. Der Verleiher ist verpflichtet, den wesentlichen Inhalt des Arbeitsverhältnisses (Angaben: § 11 Art. 1 i. V. m. § 2 AÜG) in eine von ihm zu unterzeichnende Niederschrift aufzunehmen und dem Leiharbeitnehmer auszuhändigen. Der Leiharbeitnehmer untersteht dem Weisungsrecht des Entleihers, der auch seinen Lohn zahlt (Leiharbeitsverhältnis). – Arbeitnehmerüberlassung in bestimmte Betriebe ist unzulässig, so z. B. in Betriebe des Baugewerbes für Arbeiten, die üblicherweise von Arbeitern verrichtet werden, soweit diese nicht von denselben Rahmen- und Sozialkassentarifverträgen erfasst werden (§ 1 b AÜG). – Schwerer Missbrauch bei der Arbeitnehmerüberlassung wird mit Freiheits- oder Geldstrafe bedroht.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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