Auftrag

Vertrag, in dem sich der eine Teil (Beauftragter) verpflichtet, ein ihm vom Auftraggeber übertragenes Geschäft für diesen unentgeltlich zu besorgen (§ 662 BGB). Geschäft ist dabei (anders beim Geschäftsbesorgungsvertrag) weit aufzufassen: Sowohl rechtsgeschäftliche als auch bloß tatsächliche Handlungen fallen darunter. A. ist z. B. die Eröffnung eines Kontokorrents oder eine unentgeltliche Vermögensverwaltung. Anders als im allg. Sprachgebrauch, der unter A. ein einseitiges Vertragsangebot (z. B. zum Abschluss eines Kaufvertrags) versteht, ist der A. im Rechtssinn ein rechtlich verbindlicher Vertrag. Ist eine rechtliche Bindung nicht gewollt, so liegt kein A., sondern – wie oft im täglichen Leben – ein bloßes Gefälligkeitsverhältnis vor.

Der A. wird formlos abgeschlossen. Er verpflichtet den Beauftragten grundsätzlich, den A. persönlich auszuführen und den Weisungen des Auftraggebers zu folgen. Dagegen ist, wenn nicht anders vereinbart, der Auftraggeber verpflichtet, dem Beauftragten die notwendigen Aufwendungen zu ersetzen (§ 670 BGB).

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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