Auftragsangelegenheiten

allgemein Geschäfte der staatlichen Verwaltung, deren Wahrnehmung einer anderen nachgeordneten Verwaltungseinheit übertragen ist (mittelbare Staatsverwaltung).

Im Verfassungsrecht als definitorisch von den A. abzugrenzende, aber wesensähnliche Auftragsverwaltung, worunter die Ausführung von Bundesgesetzen im Auftrag des Bundes durch die Länder in den durch das GG zugelassenen Fällen zu verstehen ist (bei Bundesautobahnen und -fernstraßen, Finanzverwaltung, Lastenausgleich, Art. 85, 90, 108, 120 a GG). In der Auftragsverwaltung unterstehen die Landesbehörden den Weisungen der zuständigen obersten Bundesbehörden, wobei sich die Bundesaufsicht auf Gesetzmäßigkeit und Zweckmäßigkeit der Gesetzesausführung erstreckt (Art. 85 GG). – Im Verwaltungsrecht die Übertragung staatlicher Verwaltungsgeschäfte auf untere Körperschaften, insbesondere die Gemeinden, die diese Aufgaben (z. B. Durchführung von Wahlen, Polizeiverwaltung) neben den Angelegenheiten der Selbstverwaltung erfüllen.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln