Augenschein

in den verschiedenen Prozessordnungen (z. B. §§ 371 ff. ZPO, § 86 StPO) ein Beweismittel, das die Prüfung des Zustandes einer Sache oder eines Sachverhalts durch unmittelbare persönliche Sinneswahrnehmung (Sehen, Fühlen, Hören, Schmecken) durch das Gericht bezweckt. Augenscheinsobjekte gehören wegen fehlender Perpetuierungsfunktion nicht zu den Urkunden. Technische Aufzeichnungen sind Augenscheinsobjekte und nach § 268 StGB gegen Fälschung geschützt. Im Zivilprozess besteht grundsätzlich keine Pflicht, als Person eine Augenscheineinnahme zu dulden, ausgenommen zur zumutbaren Feststellung der Abstammung (§ 372 a ZPO ).

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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