Ausbleiben des Angeklagten

Erscheint der Angeklagte nicht zur Vernehmung vor dem Staatsanwalt oder Richter (§§ 134, 135, 163 a StPO) oder erscheint er nicht in der Hauptverhandlung (§ 230 Abs. 2 StPO), so kann notfalls seine gewaltsame polizeiliche Vorführung angeordnet werden (Abwesenheit). Bleibt er dagegen der Hauptverhandlung in einem Verfahren fern, in dem bereits ein Urteil (oder Urteilsersatz) vorhanden ist, gegen das er die Durchführung der Hauptverhandlung beantragt hat (Berufungsverhandlung, Verhandlung über den Einspruch gegen einen Strafbefehl oder einen Bußgeldbescheid), so führt sein Fernbleiben zur Verwerfung seines Rechtsmittels. Erscheint der Angeklagte nicht zu der Hauptverhandlung in einem Verfahren, in dem auch der Erlass eines Strafbefehls möglich wäre, so kann das Gericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl erlassen, gegen den der Angeklagte jedoch Einspruch einlegen kann (§§ 408 a, 410 StPO).

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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