Bestechung

im engeren strafrechtlichen Sinn das verbotene Anbieten, Versprechen oder Gewähren von Vorteilen (z. B. von Geldgeschenken) an Amtsträger und ähnliche Personen, damit diese eine Diensthandlung vornehmen und dadurch ihre Dienstpflichten verletzen (§ 334 StGB, aktive B. ). Hiervon unterscheidet sich die Vorteilsgewährung (§ 333 StGB) dadurch, dass die dem Amtsträger eingeräumten Vorteile eine in seinem Ermessen stehende Diensthandlung beeinflussen sollen, ohne dass dadurch notwendigerweise eine Verletzung von Dienstpflichten erfolgt. B. und Vorteilsgewährung korrespondieren mit Bestechlichkeit und Vorteilsannahme als den passiven Handlungstatbeständen, deren Täter nur ein Beamter sein kann. Der passiven B. in Form der Bestechlichkeit (§ 332 StGB) macht sich ein Amtsträger schuldig, der einen Vorteil annimmt, fordert oder sich versprechen lässt entweder für eine Handlung, die eine Verletzung von Amtspflichten enthält, oder in Form der Vorteilsannahme (§ 331 StGB) für eine an sich nicht pflichtwidrige Handlung. Strafrahmen für Vorteilsannahme und -gewährung: Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe; Strafrahmen für Bestechlichkeit: sechs Monate bis fünf Jahre oder Geldstrafe, für B. drei Monate bis fünf Jahre oder Geldstrafe. Die B. von Angestellten der privaten Wirtschaft gilt als unlauterer Wettbewerb, ist aber seit 1997 als Vergehen nach § 299 StGB (Bestechlichkeit und B. im geschäftlichen Verkehr) strafbar.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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