Boykott

Verrufserklärung, durch die der Boykottierer auffordert, rechtliche oder soziale Beziehungen zu einem Dritten, dem Boykottierten, abzubrechen mit dem Ziel, auf den Boykottierten politischen, sozialen oder wirtschaftlichen Zwang auszuüben.

Formen des Boykotts : Der Boykott als Mittel der politischen und sozialen Auseinandersetzung (sozialer Boykott ) richtet sich gegen missliebige Personen, Herrschaftsschichten oder politische Maßnahmen. Die rechtliche Zulässigkeit des sozialen Boykotts v. a. im Hinblick auf die Meinungsfreiheit (Art. 5 GG) hängt nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts davon ab, dass die Motive des Boykotts in der Sorge um wichtige Belange der Allgemeinheit liegen und bei seiner Durchführung der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit beachtet wird.

Der Boykott als Arbeitskampfmittel ist nicht grundsätzlich verboten, aber wie die anderen Arbeitskampfmittel (Aussperrung, Streik) den Grundsätzen der Verhältnismäßigkeit und Sittlichkeit unterworfen. Der Boykott spielt bei Arbeitskämpfen in Deutschland gegenwärtig keine Rolle.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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