Bundesstaat

Verbindung mehrerer Staaten zu einem Gesamtstaat; dieser entscheidet über alle Fragen, die für die Einheit und den Bestand des Ganzen wesentlich sind, während die Gliedstaaten ihre Staatlichkeit behalten und an der Willensbildung des Ganzen beteiligt sind. Die Gliedstaaten werden als Staaten, Länder, Bundesländer, Kantone, auch als B. bezeichnet. Beispiele: der Norddeutsche Bund 1867–71, das Deutsche Reich 1871–1933, die Bundesrepublik Deutschland, Österreich, die Schweiz, die USA, Brasilien, Mexiko, Kanada, Nigeria, Venezuela, Australien, Indien. Kein Staat (Merkmale des Staates fehlen, z. B. Volk, Gebiet, originäre Herrschaftsgewalt) und demzufolge auch kein B. ist die EU. Vom B. ist insbesondere der Staatenbund zu unterscheiden, ein loser völkerrechtlicher Zusammenschluss von Staaten zu gemeinsamen politischen Zwecken, in dem die Souveränität nicht beim Gesamtstaat, sondern bei den Gliedstaaten liegt, während sie beim B. auf den Gesamtstaat übergegangen ist.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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