Drohung

1) im Strafrecht das In-Aussicht-Stellen eines Übels, dessen Verwirklichung davon abhängen soll, dass der Bedrohte sich nicht nach dem Willen des Drohenden verhält. Entscheidend für die Strafbarkeit ist, dass der Bedrohte die Drohung ernst nehmen soll; ob er sie tatsächlich ernst nimmt, spielt keine gewichtige Rolle. Die Drohung ist Tatbestandsmerkmal der verschiedensten Delikte wie Nötigung, Erpressung, Raub, Vergewaltigung. Selbstständig strafbar sind nach § 241 StGB die Bedrohung mit einem Verbrechen und als Landfriedensbruch nach § 125 Abs. 1 Nr. 2 StGB die Mitwirkung an Bedrohungen von Menschen mit einer Gewalttätigkeit, wenn die Bedrohungen aus einer Menschenmenge in einer die öffentliche Sicherheit gefährdenden Weise mit vereinten Kräften begangen werden.

2) im Zivilrecht die Ankündigung eines Übels, das bestimmt oder geeignet ist, die Willensfreiheit des Bedrohten zu beschränken und seine Entschließung zu beeinflussen. Die Beeinflussung des Willens durch Drohung muss widerrechtlich sein, d. h., widerrechtlich muss entweder das angedrohte Verhalten oder der erstrebte Erfolg oder die Mittel-Zweck-Beziehung sein. Eine durch Drohung zustande gekommene Willenserklärung ist innerhalb eines Jahres, gerechnet vom Zeitpunkt des Endes der Zwangslage, anfechtbar (§ 124 BGB). Anfechtung.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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