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Erbschaftsteuer


Erbschaftsteuer



Erbschaftsteuer
Freibetrag bei Erbschaft und Schenkung (§ 16 ErbStG)
Steuerklasse I, für
Ehe- und eingetragene Lebenspartner 500 000 €
Kinder, Enkel (sofern Eltern verstorben) 400 000 €
Enkel 200 000 €
Eltern und Großeltern im Todesfall 100 000 €
Steuerklasse II, für
Eltern und Großeltern zu Lebzeiten; Geschwister, Nichten und Neffen, Stiefeltern, Schwiegerkinder, Schwiegereltern, geschiedene Ehegatten 20 000 €
Steuerklasse III, für
alle übrigen Personen 20 000 €
Die Erben der Steuerklasse I haben neben diesen persönlichen Freibeträgen noch Versorgungsfreibeträge (Ehegatten/Lebenspartner: 256 000 €, Kinder bis 27 Jahre zwischen 10 300 € und 52 000 €) und einen Hausratfreibetrag von 41 000 €.

Erbschaftsteuer
Steuersätze nach dem Gesetz über Erbschafts- und Schenkungsteuern
nach Wert des Erwerbs und Steuerklassen
Wert des steuerpflichtigen Erwerbs
bis einschließlich ... €
Steuersatz (in %) in der Steuerklasse
I II III
75 000 € 7 15 30
300 000 € 11 20 30
600 000 € 15 25 30
6 000 000 € 19 30 30
13 000 000 € 23 35 50
26 000 000 € 27 40 50
über 26 000 000 € 30 43 50

Steuer auf das Vermögen, das beim Tod einer natürlichen Person auf eine andere Person übergeht. Auch unentgeltliche Vermögensübertragungen unter Lebenden werden meist der Besteuerung (Schenkungsteuer) unterworfen, damit die Erbschaftsteuer nicht auf diesem Weg umgangen werden kann.

Rechtsgrundlage der Erbschaftsteuer ist das Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz (ErbStG), westentlich geändert durch Reformgesetz vom 24.12.2008. Der Besteuerung unterworfen ist der Wert des erworbenen Vermögens nach Abzug von Nachlassschulden, Bestattungskosten und gesetzlichen Freibeträgen. Bewertet wird das erbschaftsteuerpflichtige Vermögen nach dem Bewertungsgesetz (Einheitswert). Zuwendungen, die der Begünstigte in den zurückliegenden zehn Jahren vom Erblasser erhalten hat, werden zusammengerechnet und mit berücksichtigt. Die Erbschaftsteuerpflichtigen sind nach ihrer Beziehung zum Erblasser in drei Klassen erfasst.

Der Erwerb von Todes wegen bleibt bei Ehegatten, Kindern/Stiefkindern, Eltern und Großeltern, Geschwistern, Schwiegereltern und Schwiegerkindern sowie für geschiedene Ehegatten innerhalb gestaffelter Freibeträge steuerfrei. Zusätzlich existieren Versorgungsfreibeträge für Ehegatten und Kinder sowie Freibeträge für Hausrat, Kunstgegenstände und Sammlungen sowie für persönliche Gegenstände (Schmuck, Kfz u. a.).

Neben der Anhebung der Freibeträge und der Steuersätze für die Klassen II und III verfügt das Reformgesetz die Besteuerung von Immobilien mit ihrem tatsächlichen Wert sowie die Steuerfreiheit von selbst genutztem Wohnraum (Eheleute, Lebenspartner; bei Kindern Größenbegrenzung auf 200 m² ). Für Betriebsvermögen gilt ein Verschonungsabschlag von 85 % für Betriebsnachfolger bei Fortführung des Unternehmens mit dem Erhalt der Arbeitsplätze für fünf Jahre. Bei einer siebenjährigen Haltefrist liegt der Verschonungsabschlag bei 100 %. Es fällt keine Erbschaftsteuer an, sofern die weiteren Voraussetzungen der §§ 13 a, b EStG eingehalten werden.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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