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Erbschein

ein auf Antrag durch das Nachlassgericht am Wohnsitz des Erblassers erteiltes Zeugnis über die erbrechtlichen Verhältnisse (§§ 2353 ff. BGB); es gibt die Namen des Erblassers und der Personen an, die den Erblasser beerbt haben, wie groß im Falle einer Mehrheit von Erben der jeweilige Erbteil ist und welchen erbrechtlichen Beschränkungen (z. B. Nacherbfolge) der Erbe unterliegt.

Der Erbschein wird vom Nachlassgericht erteilt. Der Antragsteller hat anzugeben: den Todeszeitpunkt des Erblassers; das Verhältnis, auf dem sein Erbrecht beruht; welche Personen den Antragsteller von der Erbfolge ausschließen oder seinen Erbteil mindern könnten; ob letztwillige Verfügungen des Erblassers vorhanden sind; ob ein Rechtsstreit über das Erbrecht besteht.

Formen des Erbscheins sind der Alleinerbschein (für den Alleinerben), der gemeinschaftliche Erbschein (für alle Miterben), der Teilerbschein (über den Erbteil eines Miterben) und der gegenständliche beschränkte Erbschein (auf Inlandsvermögen). Antragsbefugt sind Erben und Miterben, Nachlass- und Erbengläubiger, Nachlass- und Nachlassinsolvenzverwalter sowie Testamentsvollstrecker. Ein unrichtiger Erbschein kann eingezogen oder für kraftlos erklärt werden. Der Erbschein besitzt öffentlichen Glauben, er begründet die (widerlegbare) Vermutung, dass der in ihm als Erbe Bezeichnete zu Verfügungen über Nachlassgegenstände berechtigt ist.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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