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Ersitzung

der sich durch Zeitablauf kraft Gesetzes vollziehende Eigentumserwerb. Die Ersitzung einer beweglichen Sache (§§ 937 ff. BGB) setzt zehnjährigen ununterbrochenen Eigenbesitz sowie Gutgläubigkeit hinsichtlich des eigenen Rechts an der Sache voraus. Entsprechendes gilt für den gesetzlichen Erwerb eines Nießbrauchrechts. Die Ersitzungszeit wird durch den Verlust des Eigenbesitzes oder durch klageweise Geltendmachung des Herausgabeanspruchs unterbrochen. Die dem Erbschaftsbesitzer zugutegehaltene Ersitzungszeit wirkt auch für den Erben. Bei Grundstücken und anderen im Grundbuch eingetragenen dinglichen Rechten erwirbt derjenige Eigentum, der 30 Jahre lang als Berechtigter fälschlicherweise, aber widerspruchsfrei im Grundbuch eingetragen war und während dieser Zeit das Grundstück in Eigenbesitz gehabt oder das Recht ausgeübt hat (Buchersitzung, § 900 BGB).

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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