Fahndung

polizeiliche oder staatsanwaltschaftliche Maßnahmen zur Entdeckung gesuchter oder flüchtiger Personen (z. B. Straftäter, Zeugen). Die F. im Strafverfahren wird durch die Staatsanwaltschaft veranlasst. Soll der Gesuchte festgenommen werden, erfolgt die Ausschreibung zur Festnahme, andernfalls lediglich zur Aufenthaltsermittlung. Die Fahndungsmaßnahmen müssen in einem angemessenen Verhältnis zur Bedeutung der Sache (Straftat) stehen. Ein gesetzlich (§ 131 StPO) geregeltes Fahndungsmittel ist der Steckbrief. Ferner gibt es die vom Bundeskriminalamt und einigen Landeskriminalämtern herausgegebenen Fahndungsblätter, die der Festnahme verfolgter Personen dienen sollen. Für die F. in Massenmedien bestehen seit 1973 bundeseinheitliche Richtlinien. Polizei-, Zoll- und Einwanderungsbehörden führen besondere Fahndungsbücher. In neuerer Zeit ist die Rasterfahndung als eine besondere Art polizeilicher F. entwickelt worden, bei der systematisch Datenbestände nach bestimmten Kriterien (Rastern) abgeglichen werden. Hiervon zu unterscheiden ist die in § 163 d StPO normierte Schleppnetzfahndung, die bei Vorliegen bestimmter Straftaten erlaubt, Daten über die Identität von Personen und Umstände, die Aufklärungszwecken dienen können, in einer Datei zu speichern. Die Ausschreibung zur polizeilichen Beobachtung (§ 163 e StPO), die nur durch den Richter angeordnet werden darf (bei Gefahr im Verzug auch durch die Staatsanwaltschaft), zielt auf das Sammeln von Erkenntnissen, um ein Bewegungsbild der ausgeschriebenen Person zu ermitteln. Weitere Möglichkeiten bieten u. a. die F. über Interpol und die Einrichtung von Kontrollstellen.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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