Freiheitsstrafe

eine Strafe, die in der teilweisen oder völligen Entziehung der persönlichen Freiheit besteht. Das StGB kennt seit dem 1. Strafrechtsreformgesetz von 1969 nur noch eine einheitliche F., nimmt also die bis dahin gültige Unterteilung in Gefängnis, Zuchthaus u. a. nicht mehr vor. Das Höchstmaß der zeitigen F. beträgt fünfzehn Jahre, ihr Mindestmaß einen Monat (§ 38 Abs. 2 StGB). Daneben gibt es bei schwersten Taten (v. a. Tötungsdelikten) die lebenslange F. Das Wehrstrafgesetz kennt für militärische Straftaten in leichteren Fällen auch den Strafarrest (§ 9). Er besteht ebenfalls in Freiheitsentziehung; das Höchstmaß ist sechs Monate, das Mindestmaß zwei Wochen. Die F. des Jugendstrafrechts ist die in einer Jugendstrafanstalt zu vollziehende Jugendstrafe; ihr Mindestmaß beträgt sechs Monate, das Höchstmaß fünf, bei schweren Verbrechen zehn Jahre (§§ 17, 18 Jugendgerichtsgesetz); die Jugendstrafe von unbestimmter Dauer wurde 1990 abgeschafft. Der ebenfalls mögliche Jugendarrest (§ 16) ist keine F., sondern ein Zuchtmittel. Die F. ist in Deutschland zunehmend von der Geldstrafe verdrängt worden. § 47 StGB bestimmt, dass F. unter sechs Monaten nur dann verhängt werden dürfen, wenn dies aus bestimmten Gründen (z. B. zur Abschreckung weiterer Täter) unerlässlich ist.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln