Geldstrafe

im Strafrecht Deutschlands neben der Freiheitsstrafe eine der gesetzlich vorgesehenen Hauptstrafen; sie wird in ca. 80 % aller Fälle verhängt. Sie wird – je nach den Vermögensverhältnissen des Täters – in Tagessätzen von mindestens 1 Euro und höchstens 30 000 Euro verhängt. (Bei einem monatlichen Einkommen von beispielsweise 900 Euro beträgt der Tagessatz 900 : 30 Tage = 30 Euro.) Die Zahl der Tagessätze beträgt mindestens fünf und höchstens 360 (§ 40 StGB), bei Begehung mehrerer gleichzeitig abgeurteilter Straftaten 720 (§ 54 Abs. 2 StGB). Ist die G. uneinbringlich, so tritt eine Ersatzfreiheitsstrafe an ihre Stelle; dabei entspricht ein Tagessatz einem Tag Freiheitsstrafe (§ 43 StGB). Anstelle einer Freiheitsstrafe von weniger als sechs Monaten ist grundsätzlich eine G. zu verhängen, sofern nicht die Verhängung einer Freiheitsstrafe zur Einwirkung auf den Täter oder zur Verteidigung der Rechtsordnung unerlässlich ist (§ 47 StGB). Bei einer Mindeststrafe von drei Monaten Freiheitsstrafe ist daher eine Mindestgeldstrafe von 90 Tagessätzen (3 × 30 Tage) zu verhängen.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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