Gemeinschaft

Beteiligung mehrerer Berechtigter an einem Recht. Um eine Gemeinschaft nach Bruchteilen (Bruchteilsgemeinschaft, §§ 741 ff. BGB) handelt es sich, wenn ein Recht mehreren gemeinschaftlich zusteht. Der häufigste Fall einer Gemeinschaft ist das Miteigentum. Die Gemeinschaft des BGB ist eine bloße Interessengemeinschaft, wobei das gemeinschaftliche Interesse sich in der bloßen Mitberechtigung an dem Gegenstand erschöpft. Verfolgen die Mitglieder der Gemeinschaft darüber hinausgehende gleiche Zwecke, so liegt i. d. R. eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts vor. Die Verwaltung des Gegenstands steht den Teilhabern gemeinschaftlich zu; jeder von ihnen kann aber die zur Erhaltung notwendigen Maßnahmen auch ohne Zustimmung der anderen treffen oder deren Einwilligung verlangen. Die Art der Verwaltung und Benutzung wird mit Stimmenmehrheit nach der Größe der Anteile der Teilhaber beschlossen. Über seinen Anteil kann jeder Teilhaber verfügen, über den gemeinschaftlichen Gegenstand als Ganzes nur alle Teilhaber gemeinsam. Jeder Teilhaber kann jederzeit die Aufhebung der Gemeinschaft verlangen. Die Aufhebung erfolgt durch Teilung in Natur, falls dies nicht möglich ist, durch Verkauf des Gegenstands (nach den Vorschriften über den Pfandverkauf, bei Grundstücken durch Zwangsversteigerung) und Teilung des Erlöses.

Besonders geregelt sind bestimmte engere Formen der Beteiligung, z. B. die Gesamthandsgemeinschaft, das Wohnungseigentum.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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