Gender–Mainstreaming

politische Strategie zur Gleichstellung der Geschlechter. Gender–Mainstreaming wird als ein Prozess verstanden, der darauf zielt, dass bei sämtlichen politischen Aktivitäten die Auswirkungen für Frauen und Männer beachtet werden. Es geht dabei insbesondere auch um die Reorganisation beziehungsweise Verbesserung von politischen Entscheidungsprozessen, damit Frauen und Männer gleichberechtigt von ihnen profitieren können und erkannte störende Ungleichheiten nicht weiter fortbestehen. Gender–Mainstreaming geht weit über die Forderungen und Organisation traditioneller Frauenförderung hinaus. Konventionelle Ansätze werden hierdurch nicht überflüssig, sondern als komplementäre Elemente integriert.

Mit Inkrafttreten des Amsterdamer Vertrages am 1. 5. 1999 wurde auf EU-Ebene Gender–Mainstreaming zum ersten Mal als verbindlicher Auftrag festgeschrieben: Art. 2 und 3 des Vertrages verpflichten alle Mitgliedsstaaten zu einer aktiven Gleichstellungspolitik im Sinne des Gender–Mainstreaming –Ansatzes (Antidiskriminierungsgesetz).

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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