Gewerbesteuer

eine Ertragsteuer, der alle inländischen Gewerbebetriebe unterliegen. Die Gewerbesteuer ist bundeseinheitlich im Gewerbesteuergesetz und in der Gewerbesteuerdurchführungsverordnung geregelt. Steuerbemessungsgrundlage ist der Gewerbeertrag.

Ausgangsgröße für die Berechnung der Gewerbesteuerschuld ist der nach den Vorschriften des Einkommensteuer- oder des Körperschaftsteuergesetzes zu ermittelnde Gewinn aus dem Gewerbebetrieb, der um bestimmte Hinzurechnungen und Kürzungen vermehrt bzw. vermindert wird. Dies soll entsprechend dem Objektsteuercharakter der Gewerbesteuer die subjektive Ausgangsgröße in eine objektive, von den Eigentumsverhältnissen und den Finanzierungsformen unabhängige Ausgangsgröße, den Gewerbeertrag, umformen: Das Gewerbesteuergesetz hat dabei gewissermaßen einen fiktiven Betrieb vor Augen, der nur mit eigenen Wirtschaftsgütern und ohne langfristiges Fremdkapital arbeitet. Der Gewerbeertrag ist auf volle 100 € nach unten abzurunden und um einen Freibetrag gem. § 11 Gewerbesteuergesetz zu kürzen. Zur Ermittlung wird er mit einer Messzahl (bundeseinheitlich 3,5 %) multipliziert. Das Ergebnis, der Gewerbesteuermessbetrag, wird vom Finanzamt durch den Gewerbesteuermessbescheid festgesetzt und der Gemeinde mitgeteilt. Die Gewerbesteuerschuld ergibt sich dann durch Multiplikation des Messbetrages mit dem Hebesatz, dessen Höhe die hebeberechtigte Gemeinde bestimmt (kommunale Hebesatzautonomie). Die Gewerbesteuer ist eine Kostensteuer, sodass die Gewerbesteuerschuld als Betriebsausgabe bei der Ermittlung des steuerpflichtigen Gewinns für die Einkommen- bzw. Körperschaftsteuer abgesetzt werden kann.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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