Gläubigerverzug

ein Rechtstatbestand, der entsteht, wenn der Gläubiger, auch ohne Verschulden, die ihm von seinem Schuldner ordnungsgemäß angebotene geschuldete Leistung nicht annimmt (§ 293 BGB). Während des Gläubigerverzugs hat der Schuldner im Hinblick auf die geschuldete Leistung nur Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit zu vertreten (§ 300 Abs. 1 BGB). Bei einem Gattungskauf geht die Leistungs- und Preisgefahr (Gefahr) auf den Gläubiger über. Ist der Schuldner zur Herausgabe eines Grundstücks oder Schiffes verpflichtet, so kann er den Besitz aufgeben (§ 303 BGB); bei beweglichen Sachen ist er zur Hinterlegung oder zum Selbsthilfeverkauf berechtigt (§§ 372, 383 BGB); außerdem kann er Ersatz seiner Mehraufwendungen verlangen (§ 304 BGB).

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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