Glaubhaftmachung

Form des Beweises, die einen geringeren Grad von Wahrscheinlichkeit fordert als der volle Beweis. Sie bedeutet, dass der Beweisführende die von ihm behaupteten Tatsachen so weit beweisen muss, dass das Gericht sie für wahrscheinlich hält. Mittel sind üblicherweise nur schriftliche Erklärungen, v. a. eidesstattliche Versicherungen, anwaltliche Erklärungen sowie andere schriftliche Unterlagen. Die Glaubhaftmachung genügt nur in den gesetzlich bestimmten Fällen, v. a. in den Verfahren des einstweiligen (vorläufigen) Rechtsschutzes (also Arrest, einstweilige Anordnung, einstweilige Verfügung) und bei der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand, aber auch in Verfahren der freiwilligen Gerichtsbarkeit; im Strafprozess genügt bloße Glaubhaftmachung ebenfalls in einigen Fällen, z. B. bei den Zeugnisverweigerungsgründen (§ 56 StPO) und bei den Gründen zur Ablehnung eines Richters (§ 26 StPO).

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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