Gratifikation

eine Sonderzuwendung, die dem Arbeitnehmer vom Arbeitgeber neben der eigentlichen Arbeitsvergütung (Lohn/Gehalt) aus bestimmten Anlässen (Firmenjubiläen, Weihnachten) gewährt wird. Gratifikationen gelten nicht als Schenkung, sondern als Abgeltung erbrachter Arbeitsleistungen und als Anreiz, diese in der Zukunft fortzusetzen.

Auf den Erhalt von Gratifikationen besteht grundsätzlich kein Rechtsanspruch, jedoch sind z. T. Anspruchsvoraussetzungen in Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen (z. B. als 13. Monatsgehalt, zusätzliche Leistung) geregelt; oft ist durch Auslegung zu ermitteln, ob auch in Fällen lang andauernder Arbeitsunfähigkeit ein Gratifikationsanspruch besteht. Gratifikationsansprüche erwachsen ferner aus arbeitsvertraglichen Einheitsregelungen oder aus Einzelarbeitsverträgen; auch betriebliche Übungen (mindestens dreimalige vorbehaltlose Zahlung einer Gratifikation ) wirken anspruchsbegründend, bei allgemeinen Gratifikationen ebenso die Bindung des Arbeitgebers an den Gleichbehandlungsgrundsatz. Bei der Festsetzung der Höhe der Gratifikation ist der Betriebsrat nicht mitbestimmungsberechtigt, wohl aber hinsichtlich der Verteilungsvoraussetzungen. Grundsätzlich zulässig ist, die Zahlung einer Gratifikation mit einem Rückzahlungsvorbehalt zu verknüpfen, wenn das Arbeitsverhältnis vor Ablauf einer bestimmten Frist endet. Nach einer Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts kommt es hierbei darauf an, ob die Bindung an die Frist für den Arbeitnehmer zumutbar ist. Beträge unter 100 €können i. d. R. nicht zurückgefordert werden, für Beträge bis zu einem Monatsgehalt wird eine Frist von drei, für höhere Zuwendungen eine Frist von sechs Monaten als zulässig erachtet.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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