Grundschuld

ein Grundpfandrecht. Durch die Bestellung einer Grundschuld wird ein Grundstück in der Weise belastet, dass aus ihm eine Geldsumme zu zahlen ist (§§ 1191 ff. BGB). Eine Grundschuld entsteht durch Einigung und Eintragung im Grundbuch (§ 873 BGB) und erlischt durch Aufhebung in Verbindung mit der Löschung des Rechts im Grundbuch (§§ 875, 1183, 1192 BGB) oder Befriedigung aus dem Grundstück (§§ 1181, 1192 BGB). Sie kann als Buchgrundschuld oder, falls ein Grundschuldbrief ausgestellt wird, als Briefgrundschuld bestellt werden. Wird der Brief auf den Inhaber ausgestellt (Inhabergrundschuld), werden die Vorschriften über Inhaberschuldverschreibungen entsprechend angewendet. Möglich ist auch die Bestellung einer rangwahrenden Grundschuld durch den Eigentümer für sich selbst (Eigentümergrundschuld). Jede der erwähnten Grundschuldarten ist, im Gegensatz zur Hypothek, von dem Bestehen einer zu sichernden Forderung rechtlich unabhängig, also nicht akzessorisch, obgleich in der Praxis Grundschulden meist der Sicherung von Forderungen dienen. Häufigster Fall ist die Sicherungsgrundschuld, bei der ein Zusammenhang zwischen Grundschuld und einer bestehenden Forderung besteht, obgleich auch hier keine Akzessorietät zwischen Grundschuld und Forderung entsteht. Ist bei der Sicherungsgrundschuld die Forderung nicht entstanden (etwa weil das Darlehen nicht gegeben wurde), erloschen oder niedriger valutiert als der Betrag der Grundschuld , hat der Eigentümer insoweit eine Einrede und einen Anspruch auf Rückübertragung der G. Überträgt der Gläubiger die Grundschuld an einen Dritten, so kann diesem die Nichtvalutierung nur entgegengehalten werden, wenn er den Sicherungszweck der Grundschuld und deren Nichtvalutierung kannte.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln