Grundstückskaufvertrag

Kaufvertrag über ein Grundstück, der die Verpflichtung begründet, das Eigentum an dem Grundstück zu übertragen. Erforderlich ist die notarielle Beurkundung des ganzen Vertrages mit allen Nebenabreden, um die Vertragspartner wegen der großen wirtschaftlichen Bedeutung von Grundstückseigentum vor Übereilung zu schützen und den Beweis der Vereinbarung zu sichern. Formbedürftig sind auch der Vorvertrag und die Vereinbarung eines Vorkaufsrechts. Lassen die Parteien einen niedrigeren als den vereinbarten Kaufpreis beurkunden (z. B. um Steuern zu sparen), so ist der beurkundete Vertrag nichtig (§ 117 BGB). Wird der Vertrag nicht notariell beurkundet, so wird er trotzdem gültig, wenn Auflassung und Eintragung in das Grundbuch erfolgen.

Im Gegensatz zu anderen Rechtssystemen, z. B. in Frankreich, ist mit dem Abschluss des Grundstückskaufvertrags eine Rechtsänderung, also insbesondere der Eigentumswechsel am Grundstück, noch nicht eingetreten. Der Grundstückskaufvertrag ist, wie jeder andere Kaufvertrag, ein Verpflichtungsgeschäft, in dem die wechselseitigen Ansprüche fixiert werden. Zur Rechtsänderung muss die Eintragung im Grundbuch hinzutreten.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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