Heimarbeit

Heimarbeit: Kündigungsfristen
Wird ein Heimarbeitsverhältnis begründet und keine Probezeit vereinbart, so können beide Seiten innerhalb der ersten vier Wochen das Arbeitsverhältnis an jedem Tag zum Ablauf des folgenden Tages kündigen. Nach diesen vier Wochen besteht grundsätzlich eine zweiwöchige Kündigungsfrist, die sich auf vier Wochen verdoppelt, wenn ein Heimarbeiter überwiegend von einem Auftraggeber beschäftigt wird. Erst nach zwei Jahren beträgt die Kündigungsfrist generell einen Monat zum Ende eines Kalendermonats.
Die Probezeit eines neuen Arbeitsverhältnisses darf nicht länger als sechs Monate andauern. Während der Probezeit beträgt die Kündigungsfrist zwei Wochen.
erwerbsmäßige Arbeit, die in der eigenen Wohnung oder in einer selbst gewählten Betriebsstätte im Auftrag eines Gewerbetreibenden oder Zwischenmeisters allein oder mit Familienmitgliedern geleistet wird. Die Verwertung der Arbeitsergebnisse wird mittelbar oder unmittelbar dem Auftraggeber überlassen. Der Heimarbeiter ist, sofern er nicht dem Betrieb des Auftraggebers eingegliedert ist und nicht dem Direktionsrecht unterliegt, kein Arbeitnehmer, seine Stellung ist jedoch arbeitnehmerähnlich.

In Deutschland ist das Heimarbeitsgesetz vom 14. 3. 1951 (HAG) verbindliche Rechtsnorm für jenen arbeitnehmerähnlichen Personenkreis, der zwar persönlich selbstständig und frei von Zeitkontrolle (direktionsfrei) eine Arbeitsverrichtung vornimmt, den Arbeitsauftrag aber von einem Arbeitgeber erhält. Die dadurch bedingte wirtschaftliche Abhängigkeit begründet eine soziale Schutzbedürftigkeit, die das HAG durch zahlreiche Vorschriften zu gewährleisten versucht: Meldepflicht durch den Auftraggeber (beim Arbeitsamt und der obersten Arbeitsbehörde des Landes), Fürsorgepflicht des Auftraggebers, Kündigungsschutz, Mutterschutz, Gefahren- und Arbeitsschutz.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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