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Intervention

im Zivilprozessrecht die Beteiligung Dritter, die aber nicht Partei sind, am Rechtsstreit. Man unterscheidet:

a) Hauptintervention ist eine Klage, mit der jemand einen Gegenstand für sich in Anspruch nimmt, über den zwei Parteien bereits prozessieren; sie richtet sich als selbstständige Klage gegen beide Streitparteien (§ 64 ZPO). Beispiel: A als testamentarischer Erbe klagt gegen B als den Besitzer eines Erbschaftsgegenstandes auf Herausgabe. C wäre gesetzlicher Erbe und ist der Auffassung, das Testament sei nichtig. Er erhebt Hauptinterventionsklage gegen A auf Feststellung, dass er gesetzlicher Erbe ist, und gegen B auf Herausgabe des Erbschaftsgegenstandes.

b) Die Nebenintervention ist lediglich Streithilfe für eine Partei, d. h. der Eintritt eines Dritten in einen zwischen zwei Parteien anhängigen Prozess zur Unterstützung der Partei, an deren Obsiegen der Streithelfer ein eigenes rechtliches Interesse hat (§ 66 ZPO). Dieses kann sich v. a. im Hinblick auf Regressansprüche oder eine Erstreckung der Rechtskraft (streitgenössische Nebenintervention) ergeben. Ein wirtschaftliches oder ideelles Interesse genügt nicht. Der Nebenintervenient kann in eigenem Namen für die Hauptpartei, aber nicht im Gegensatz zu ihr Prozesshandlungen vornehmen, z. B. Angriffs- oder Verteidigungsmittel vorbringen. In der Absicht, die Wirkung der Nebenintervention herbeizuführen, gibt es das Instrument der Streitverkündung.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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